Und gleich die Antwort: Nein! Gerade bei niedergelassenen Ärzten respektive Hausärzten reicht oft lediglich der Name. Oder vielleicht doch nicht?

Von Daniel Izquierdo-Hänni, Referent für Medical Marketing und Patientenkommunikation. Gründer von www.swissmedicalmarketing.com

Die Medizin ist, wie man so schön in der Marketingsprache sagt, ein „People Business“, schließlich ist das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und seinem Arzt fundamental. Entsprechend geht es auch um den Mediziner als Mensch und Persönlichkeit. Wie tritt man als Arzt auf? Wie geht man mit seinen Patienten um? Mit diesen Fragen sind wir wieder beim Thema der Positionierung (welches ich ja vorgängig schon besprochen habe) sowie den Möglichkeiten diese über die Namenswahl sowie der Corporate Identity (siehe separater Beitrag) Ausdruck zu verleihen.

Logos haben die Aufgabe eine starke Wiedererkennung und eine vertiefte Identifikation zu generieren. Nehmen Sie als Beispiel das „Swoosh“-Symbol von Nike: Nicht nur dass es jeder kennt, die Leute sind sogar bereit Geld für ein T-Shirt mit diesem Logo zu bezahlen.

Ein Logo kann somit auch bei einem niedergelassenen Arzt in Kapfenberg in der Steiermark Sinn machen, denn es hilft den Namen von Dr. Martina Musterfrau besser „rüberzubringen“. Ganz zu schweigen natürlich von Gemeinschafts- oder Fachpraxen und Kliniken in einem Umfeld mit entsprechenden Mitbewerbern.

Wort-Bild-Marke

Logos werden oftmals auch als „Wort-Bild-Marke“ bezeichnet, handelt es sich um eine Kombination von Typografie und grafischer Umsetzung. Dabei gibt es keine Regeln wie diese auszusehen haben, zumal sich ja über Geschmack streiten lässt. Was für die einen altbacken ist, ist für die anderen traditionsbewusst, Dritte empfinden es als „Vintage“.

Abgesehen vom Geschmack müssen bei der Gestaltung eines Logos jedoch diverse Fragestellungen und Grundregeln beachtet werden: Vermittelt das Logo die Positionierung und die Werte, die wir nach draußen tragen wollen? Wird es vom Gegenüber auch wirklich so wahrgenommen und interpretiert, wie wir es uns wünschen? Und im rein technischen Sinne: Ist die Lesbarkeit auch im Kleinstformat oder bei einem Schwarz-Weiß-Druck gewährleistet?

Design- und Werbeagenturen können tagelang über Logos nachdenken und immer wieder neue Grafikvarianten entwickeln, rasch und automatisch geschaffen bekommt man aber auch seine Wort-Bildmarke über eine der zahlreichen Internetseiten, Stichwort „Logo generieren“. Doch egal ob individuell bei einem Grafikspezialisten bestellt, online generiert oder sogar selber gebastelt, wichtig sind zwei Dinge. Erstens, dass Sie sich mit dem Logo wohl fühlen, denn es wird Sie die kommenden Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte begleiten. Und zweitens: Ziehen Sie Ihr Logo konsequent durch und setzen Sie es wann und wo immer möglich ein! Nicht nur im Praxisschild oder auf Ihrer Homepage, sondern auch auf Ihrem Arztkittel, als Dekorationselement in der Praxis, auf den Geburtstagskarten, die Sie Ihren treusten Patienten schicken oder auf dem Sportshirt, wenn Sie und Ihr Team an einem Benefizrennen teilnehmen. Die Regel ist einfach: Je öfters man ein Logo sieht, desto höher wird der Wiedererkennungswert!

Positionierungsclaim

Nochmals zurück zu Nike. Wie lautet deren Spruch? Genau: Just do it! Sogenannte „claims“ oder „slogans“ werden in der Industrie gerne verwendet um die eigene Positionierung in Ergänzung vom Logo zu vermitteln. Freude am Fahren – BMW. Vorsprung durch Technik – Audi. In der Medizin hingegen kommen solche auf den Punkt gebrachte Kernsätze eher selten vor, was möglicherweise an der gesetzlichen Vorgabe nicht zu werberisch zu sein liegen dürfte. Und trotzdem, sich Gedanken zu machen über einen eigenen „claim“ ist ja nicht verboten. Schließlich ändern sich die Zeiten und die Wahrnehmung von dem, was marktschreiend ist und was nicht. In diesem Sinne: Was spricht gegen ein „Ihr Vertrauensarzt im Herzen der Steiermark“? Und übrigens: Der Claim des Allgemeinen Krankenhaus Wien lautet „Die menschliche Größe“. Also, wenn das AHK einen Slogan einsetzt, warum nicht auch ich?

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