Der MedUni Campus Mariannengasse entsteht auf dem Areal der ehemaligen Wien Energie Zentrale in Wien Alsergrund. Er wird auf einer Fläche von rund 35.000 m² Platz für 2.000 Medizin-StudentInnen und 750 MitarbeiterInnen der MedUni Wien bieten. Der neue Campus befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden Standorten der Medizinischen Universität Wien und wird deren vorklinischen Institute an einem Ort bündeln. Baulich entsteht mit dem MedUni Campus Mariannengasse ein Ensemble aus historischen Bestandsgebäuden, die erhalten und saniert werden, und einem von Delugan Meissl entworfenen Neubau, der auf ca. 70 Metern entlang der Spitalgasse errichtet wird. Bis 2025 soll der Campus fertig sein. Die Investitionskosten betragen rund 340 Mio. Euro. Generalplaner ist eine ARGE aus Delugan Meissl Associated Architects und Architektur Consult.

Hans-Peter Weiss ist CEO der Bundesimmobiliengesellschaft, die den Campus als Liegenschaftseigentümer und Bauherr errichtet: "Mit dem MedUni Campus Mariannengasse schaffen wir die räumlichen Voraussetzungen für medizinische Forschung und Lehre auf Spitzenniveau. In der Kombination von Altbau und moderner Architektur entsteht ein einzigartiges Ensemble mitten im dichtverbauten Stadtgebiet, das baulich und atmosphärisch optimale Rahmenbedingungen für die Ärztinnen und Ärzte von morgen bietet. Gleichzeitig schont die Erhaltung und Nutzung von historischem Bestand Ressourcen und macht aus Denkmalschutz einen Faktor für den Klimaschutz. Die Räume für den neuen Campus sind so konzipiert, dass ihre Größe und Funktion bei Bedarf verändert werden kann. Damit können wir schnell auf Veränderungen im Universitätsleben reagieren."

„Unser größtes Ziel ist es, PatientInnen möglichst rasch vom Nutzen der Grundlagenforschung profitieren zu lassen. Bis ins Jahr 2025 kommen wir mit dieser Bündelung der Kräfte am MedUni Campus Mariannengasse unserem Ziel ein großes Stück näher“, erklärt MedUni-Wien-Rektor Markus Müller. „Zum einen werden die ForscherInnen an einem Standort zusammengezogen und können interdisziplinär auf kurzem Weg miteinander kommunizieren, zum anderen entsteht ein räumlich integrierter Universitätscampus von Vorklinik und Universitätsklinikum AKH Wien. Und für den integrierten Forschungs- und Lehrbetrieb wird es ebenfalls eine hochmoderne, neue Infrastruktur geben, die die wissenschaftliche Interaktion fördert. Alles in allem werden hier exzellente Voraussetzungen für Forschung, Lehre und Innovation auf Top-Niveau geschaffen.“

Wissenschaftsminister Heinz Faßmann: „Eine funktionierende Infrastruktur ist die Basis für wissenschaftliche Spitzenleistungen im Hochschulbereich. Mein erklärtes Ziel ist es stets gewesen, für bestmögliche Rahmenbedingungen in den Bereichen Forschung und Lehre zu sorgen. Der neue Campus der Medizinischen Universität Wien in der Mariannengasse wird dabei eine wichtige Rolle spielen, in dem er für Studierende und Lehrende ein optimales Arbeits- und Lernumfeld schafft. Parallel dazu werden aber auch Patientinnen und Patienten von dem neuen Hi-Tech Arbeitsumfeld an der MedUni Wien profitieren, was mich natürlich ganz besonders freut.“

Die Visitenkarte des MedUni Campus Mariannengasse wird die Glasfassade des Neubaus entlang der Spitalgasse, die vielfach Bezug auf die angrenzenden Gründerzeitfassaden nimmt. Sie greift die typische Dreiteilung in Sockel, Belle Etage und Hauptfassade auf und führt die architektonischen Gliederungselemente aus der Gründerzeit – neu interpretiert – weiter. Ein weiteres bestimmendes architektonisches Merkmal des neuen Campus ist die öffentliche Sockelzone mit dem zentralen Foyer, das sich über drei Geschosse erstreckt. Der zurückgesetzte transparente Sockel verankert die öffentliche Erdgeschosszone mit dem Haupteingang im Stadtbild. Der zweite, ebenfalls barrierefreie Haupteingang befindet sich um die Ecke in Richtung AKH, so entsteht eine öffentliche Durchwegung zwischen Spitalgasse und Lazarettgasse.

Von seiner Funktion her ist der Campus in Allgemeinbereiche, Lehrbereiche und Forschungsbereiche gegliedert. In den unteren Stockwerken sind die Hörsäle und Seminarräume für die Studierenden. In der Sockelzone des Hauptgebäudes sind drei große Hörsäle angeordnet, die jeweils einen starken visuellen Bezug zu den Innenhöfen haben und über diese mit Tageslicht versorgt werden. Weitere Seminar- und Übungsräume befinden sich im ersten und zweiten Obergeschoss. Sie sind im Altbau- und Neubauteil angeordnet. Hinzu kommen informelle Aufenthaltsbereiche und Lernzonen für die Studierenden. Die Flächen für die Forschung sind im zweiten bis siebenten Stock untergebracht. Die Mensa befindet sich wegen der zentralen Lage und reizvollen Architektur bewusst im Erdgeschoss des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes und bildet das Bindeglied von alt und neu bei diesem Bauprojekt.

Atmosphärisch entsteht ein offener Campus mit vier Höfen, die für natürliches Licht im Inneren des Ensembles sorgen. Modernste Infrastruktur für Lehre und Spitzenforschung auf internationalem Niveau wird beim MedUni Campus Mariannengasse mit einem inspirierenden Lern- und Arbeitsumfeld kombiniert. Die unteren Stockwerke sind offen und kommunikativ, mit dem Foyer entsteht eine urbane Landschaft im Inneren des Gebäudes, die den Stadtraum des 9. Bezirks fortsetzt.