HIV und Hepatitis sind virale Infektionen, auf die wir auch in Zeiten von COVID-19 nicht vergessen dürfen. Eine HIV-Infektion birgt nicht automatisch ein höheres Risiko für COVID-19 oder einen gefährlicheren Verlauf in sich, das gilt als erwiesen. Allerdings kann eine nicht diagnostizierte und damit unbehandelte HIV-Infektion das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 erhöhen. Umso wichtiger ist es, HIV ins Bewusstsein der Menschen zu rufen. Und Verantwortungsbewusstsein und ein solidarisches Miteinander sind, gerade im Hinblick auf die pandemiebedingten Herausforderungen, besonders wichtig.

"Wir wollen die Diskriminierung und Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen beenden und machen daher das Thema HIV/AIDS für alle Menschen auf Wiens Straßen sichtbar. Ich freue mich sehr, dass auch heuer die Fähnchen-Aktion zum Welt-AIDS-Tag in Kooperation mit den Wiener Linien stattfindet“, betont Andrea Brunner, Geschäftsführerin der Aids Hilfe Wien.

„Toleranz und Solidarität sind bei uns gelebter Alltag. Deswegen unterstützen wir auch heuer wieder die Arbeit der Aids Hilfe mit Fähnchen auf all unseren mehr als 500 Straßenbahnen, die in der ganzen Stadt unterwegs sind“, so Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.

Das Symbol „Red Ribbon“ gilt als Zeichen der Solidarität mit HIV-positiven Menschen. Und diese Solidarität ist auch heute noch dringend notwendig. Eine massive Stigmatisierung von Menschen mit HIV/AIDS ist in vielen Bereichen noch immer vorhanden und kann dazu führen, dass sie aus Angst vor Ausgrenzung und möglicher Ungleichbehandlung ihre Diagnose verschweigen – mitunter sogar im nahestehenden persönlichen Umfeld. Um Diskriminierung abzubauen, ist es daher wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass HIV gut behandelbar ist und HIV-positive Menschen eine ähnliche Lebenserwartung haben wie nicht infizierte Personen. Ein weiterer wichtiger Fakt ist, dass Menschen unter effektiver HIV-Therapie das HI-Virus (auch auf sexuellem Wege) nicht übertragen.

Maßnahmen rund um den Welt-AIDS-Tag wie die Flaggenaktion mit den Wiener Linien tragen in diesem Sinne maßgeblich dazu bei, Wissen zu transportieren und Diskriminierung zu reduzieren.

Weltweit leben rund 38 Millionen Menschen mit HIV/AIDS. Auch in Österreich werden jährlich 400 bis 500 HIV-Neudiagnosen gestellt. Daher ist es nach wie vor essentiell, sich zu informieren, zu schützen und den eigenen HIV-Status zu kennen.

Die Aids Hilfe Wien leistet seit mehr als 25 Jahren durch zielgerichtete Prävention einen Beitrag zur Verhinderung von HIV-Neuinfektionen, ermöglicht anonym und kostenlos den HIV-Test und unterstützt mit einem interdisziplinären ExpertInnen-Team Menschen mit HIV/AIDS. Rund um den Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember sind zahlreiche Aktionen geplant, mehr dazu auf www.weltaidstag.at.