Wer in Österreich an einer der vier staatlichen Universitäten in Wien, Innsbruck, Graz oder Linz Human- oder Zahnmedizin studieren möchte, muss bekanntlich den MedAT erfolgreich absolvieren. Doch wie geht man dieses große Projekt erfolgsversprechend und zielgerichtet an?

Aufbau und Ablauf des MedAT

Zum Aufbau und Ablauf des MedAT findet ihr im Internet unzählige Informationen. Auch auf dieser Website gibt es einen gut strukturierten Leitfaden unter dem Link www.jungmediziner.net/medatguide. Deshalb zum Aufbau und Ablauf des MedAT nur folgende Dinge. Der Test besteht aus vier Teilbereichen:

  • Basiskenntnistest für medizinische Studien (BMS)
  • Textverständnis (TV)
  • Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF)
  • Sozial-emotionale Kompetenz (SEK)

Der MedAT wird in einer Sitzung per Multiple-Choice-Fragen absolviert. Dabei prüft der Basiskenntnistest schulisches Wissen in den Fächern Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, während das Textverständnis die Lesekompetenz und das Verständnis von Textinhalten ermittelt. Mit der Prüfung der kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten versucht man zu erfassen, ob die Bewerber es vermögen bestimmte kognitive Aufgaben, wie kausale Zusammenhänge zu erkennen oder mnestische Leistungen an den Tag zu legen, korrekt zu lösen. Die Prüfung der sozial-emotionalen Kompetenzen ist ein Versuch die psychosozialen Qualitäten der Bewerber durch Fragen zu sozialen und emotionalen Dilemmata und Problemen im Rahmen eines Situational Jugdement Tests zu erschließen.

Die Anmeldung für den MedAT startet traditionell am 01. März jeden Jahres und läuft genau einen Monat. Der eigentliche Test wird zeitgleich an allen Standorten am 06. Juli abgehalten.

Neue Quotenregelung der Studienplatzvergabe

Seit 2018 werden die Studienplätz in Human- und Zahnmedizin an allen vier Hochschulen (Wien, Innsbruck, Graz und Linz) in einem neuen Verfahren1 stufenweise vergeben (s. Abb. 1.1):

  1. Im ersten Schritt werden 75 % aller Studienplätze an Bewerber mit österreichischer Hochschulzugangsberechtigung (zuvor AU-Quote) vergeben, die die besten Testergebnisse bzw. Gesamtwerte2 erreicht haben.
  2. Im nächsten Schritt konkurrieren die nicht zugelassenen Österreicher mit jeglichen Bewerbern, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in einem anderen EU-Mitgliedsstaat als Österreich erlangt haben (zuvor EU-Quote). Dabei handelt es sich um die nächsten 20 % der Studienplätze.
  3. Im dritten und letzten Schritt konkurrieren diejenigen der obigen Bewerber, die bis jetzt keinen Studienplatz erhalten haben, mit den Nicht-EU-Ausländern (zuvor Nicht-EU-Quote), um die letzten 5 % der Studienplätze.

 

Abb. 1.1 – Verbildlichung der Quotenregelung zur Studienplatzvergabe an den medizinischen Universitäten in Österreich (Quelle: https://www.get-to-med.com/statistiken-fuer-den-medat#neueRegelung)

Vorbereitung auf den MedAT

Die Vorbereitung auf den MedAT hat sich zum kommerziellen Spielplatz unzähliger Start-Ups entwickelt. Besagte Unternehmen bieten in diesem Rahmen viele Dienstleistungen für die Vorbereitung auf den MedAT an. Von Kursen, bis hin zu Büchern und e-Learning-Plattformen gibt es eine große Zahl an Material, das in seiner Qualität nicht unterschiedlicher sein könnte. Für solche, die sich nicht im Dschungel der MedAT-Angebote verlieren wollen, gibt es auf nachfolgendem Link einen Vergleich der Bücher, Kurse und Lernportale für den MedAT:

Vergleich der Lernmaterialien unter https://www.get-to-med.com/lernhilfen-fuer-den-medat#rankSection

Ist ein Vorbereitungskurs für den MedAT sinnvoll?

Wir sagen ganz eindeutig: nein. Jedoch muss man zugeben, dass einem ein Vorbereitungskurs sehr viel Recherchearbeit erspart und uninformierten Bewerbern eine relativ genaue Richtung angibt, die sie im Rahmen ihrer Prüfungsvorbereitung einschlagen sollten. Man muss schlussendlich aber selbst entscheiden, ob man 350-1990 € für Informationen ausgeben will, die man sich mit zwei Wochen Recherchearbeit selbst aneignen kann.

Wie kann ich mich selbstständig vorbereiten?

Wie schon erwähnt gibt es viele Möglichkeiten sich auf den MedAT vorzubereiten. Eine dieser Möglichkeiten sind Online-Lernplattformen, die wie Sand am Meer im Internet zu finden sind. Die Lernplattformen beinhalten hauptsächlich Aufgaben zu den kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, wobei einige in letzter Zeit ihr Angebot um die restlichen Prüfungsbereiche erweitert haben. Die einzige, komplett kostenlose Lernplattform ist aber die von get-to-med (https://www.get-to-med.com/).

Des Weiteren gibt es sehr viele Bücher und Skripten zum Textverständnis, den sozial-emotionalen Kompetenzen und den kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten – auch unter obigen Link zum Thema Vergleich der Lernmaterialien vorzufinden.

Für den lernintensivsten und wichtigsten Teil des MedAT, den BMS, gibt es zumindest in der Literaturabteilung wahrscheinlich bald einen Paradigmenwechsel. Denn wo früher der Lernstoff aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik mit einem Sammelsurium an wild zusammengewürfelten Büchern mosaikartig zum Prüfungswissen zusammengesetzt werden musste, wird es ab diesem Jahr ein Lehrbuch geben, welches alles Wissen an einem Ort versammelt. Es ist das erste und einzige umfangreiche Skript, dass sich nur mit den Themen des BMS befasst und genau auf die Bedürfnisse der Testteilnehmer zugeschnitten ist – Das Lernskript für den BMS der Elsevier GmbH (ISBN-13: 9783437440601) (Abb. 1.2).

Abb. 1.2 – Cover des Lernskripts für den BMS der Elsevier GmbH

Zum Lernskript für den BMShttps://shop.elsevier.de/medat-201819-9783437440601.html
Leseprobe des Lernskripts für den BMShttps://shop.elsevier.de/media/blfa_files/44060_MedAT_leseprobe.pdf

Mit diesem Worten wünschen wir euch viel Erfolg bei der Vorbereitung und noch viel mehr Erfolg im anschließenden Studium!

Wir verlosen ein Exemplar des Lernskripts

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1 Dieses Verfahren wurde schon 2017 bei der Studienplatzvergabe von Human- und Zahnmedizinplätzen von der JKU Linz angewandt.
2 Gesamtwert = der Prozentsatz an erreichten Punkten zur maximal erreichbaren Punktzahl im gesamten MedAT. Zur Bestimmung des Gesamtwertes werden alle vier Testteile (BMS mit 40%, TV mit 10%, KFF mit 40 % und SEK mit 10 %) zusammenaddiert. Anhand dieses Wertes werden die Testteilnehmer gereiht und erhalten je nachdem einen Studienplatz oder nicht.